Vor der Bestellung habe ich etliche Erfahrungsberichte gelesen und mir war dann auch klar, dass für das Geld, dass ich bereit war auszugeben ein Bastelobjekt bekomme. Geliefert wurde der Drucker ordentlich verpackt in Einzelteilen. Nach etwa 8 Stunden Schrauberei stand er dann da in der Holzausführung.
Eigentlich hätte ich gleich los drucken können, aber es waren mir doch zu viele Mängel aufgefallen, die ich erst einmal beseitigen wollte. Das Druckergestell machte genau das, was ich erwartet hatte, es konnte in alle Richtungen verdreht werden und alle rechten Winkel liegen irgendwo zwischen 88 und 92 Grad.
Die ersten Umbauten sind hier zu sehen. Die Gewindestangen, die das Grundgestell zusammen halten sollten sind verschwunden, dafür habe ich 16 mm Sperrholzplatten eingesetzt. Das vordere Teil ist zunächst nur eingeklemmt, um noch den Winkel korrigieren zu können. Die Seitenteile wurden ebenfalls mit zwei rechteckigen 16 mm Sperrholz verstärkt, um die Stabilität zu verbessern. Die Öffnung oberhalb hinter dem Display habe ich abgedeckt und hinten eine halbe Rückwand eingesetzt. Die Elektronik ist nach oben gewandert und das Netzteil an die Rückseite. Rechts und links sind jetzt zwei Spulenhalter mit jeweils einem Bowden-Extruder montiert.
Die Kupplungen der Z-Achse sind ausgetauscht. Über die die Gewindestangen habe ich vorher ein Stück passenden Schrumpfschlauch gezogen, so dass diese jetzt auf einen Durchmesser von genau 8 mm kommen. Mit den neuen Kupplungen laufen jetzt die Gewindestangen gleichmäßig rund. Auch das mitgelieferte Hotend mit Extruder musste einem E3D-Clone mit Bowden weichen, damit wurde das Gewicht auf der Z-Achse deutlich reduziert.
Im Original waren die Linearlager unter dem Heizbett mit Kabelbinder befestigt, die habe ich gegen eine zum U gebogene 3 mm Gewindestange ersetzt. Den Zwischenraum unter dem Heizbett habe ich mit einer doppelten Alu bezogenen Isoliermatte gefüllt und für die ersten Drucke Maler-Tape auf die mitgelieferte Borosilikatglas-platte geklebt. Das hätte ich mir sparen können, denn die Haftung ist so stark, dass man jedes mal das Tape beschädigt. Letztlich zeigten die Erfahrungen, dass man auch mit anderen Mitteln eine sichere Haftung erreichen kann. Nun hätte eigentlich der erste Druckversuch gestartet werden können.
Ganz nebenbei habe ich dann noch einen Raspberry 3B+ mit Octoprint ausgestattet, eine Kamera montiert, so dass man auch schnell per Tablet oder Handy den Druck überwachen kann, ohne die ganze Zeit daneben zu sitzen. Die Druckzeiten sind schon erheblich, so dass man nebenbei auch andere Dinge erledigen kann.
Nach dem ich den Versuch unternommen hatte, das Bett mit den Schrauben Federn und Muttern zu nivellieren reifte der Beschluss noch ein Auto-Level-Sensor zu montieren. Als auch die Firmware gewechselt und angepasst war, ging es an den ersten Druck. In Openscad einen einfachen Kubus gesetzt, aus Cura den G-Code exportiert und gedruckt. Es sieht zumindest erst einmal nach 3D aus und ist auch nicht gleich zerfallen.
April 2018

