Nachdem ich etliche Erfahrungen mit PLA gesammelt hatte, begann ich mit PETG zu drucken. Die erhofften Vorteile sind UV-Beständigkeit, höhere Temperaturbeständigkeit und höhere Festigkeit. Die ersten Versuche waren etwas niederschmetternd, aber mit der Temperatur kam der Erfolg. Obwohl die Drucktemperatur mit 225 bis 245 angegeben war, kamen vernünftige Drucke erst bei 250 °C zustande. Das berüchtigte Fäden-ziehen hält sich bei der hohen Temperatur auch in Grenzen. Zum Drucken von PETG verwende ich eine 0,4 mm Düse. Allerdings muss man mit dieser deutlich die Druckgeschwindigkeit reduzieren, da sonst das PETG nicht flüssig genug wird und der Filamentransport staut. Das hat dann schlecht haftende Layer und unbrauchbare Drucke zur Folge. Mir geht es bei dem Drucken mit PETG vorrangig um Festigkeit, da darf die Oberfläche auch mal Fehler aufweisen. Wichtig ist mir dabei eine 100%ige Layerhaftung, um eine bestmögliche mechanische Stabilität zu erreichen.
PETG auf Laminierfolie Hotend: erster Layer 255 °C, alle weiteren 250 °C mit Bauteillüfter; Bett: erster Layer 65 °C, alle weiteren 60 °C; Düse 0,4 mm bei maximal 20mm/s Geschwindigkeit.
Ich drucke PETG nich nicht wie PLA auf Glas, sondern auf Laminierfolie auf Glas, die ich aus ganz normalen Laminierfolien heraus schneide. Dazu beklebe ich die Fläche, die für die folgenden Drucke benötigt werden. Die Folie muss also nicht nach jedem Druck gewechselt werden, sondern erst, wenn sie beschädigt ist. Ist die Fläche bis auf 25 °C herunter gekühlt, dann lässt sich die Folie ohne Erhitzung und einschließlich Klebereste abziehen. Die neue Folie auflegen und beim Aufheizen auf 80 °C die Luftblasen heraus rakeln. Die dabei erreichte Haftung ist auch bei glänzender Folie ausreichend und kann über die Temperatur für die erste Schicht geregelt werden. Nicht jede Laminierfolie ist gleichermaßen geeignet, die beste Erfahrung habe ich mit Laminierfolie aus PET mit 80 mic Dicke gemacht.
Das Drucken auf einer GFK-Dauerdruckplatte war zunächst sehr erfolgreich. Nach etlichen Drucken nahm jedoch die Haftung deutlich ab. Selbst ein Anschleifen brachte nicht mehr die gewünschte Haftung.
Im Gegensatz zu PLA ist ist das Drucken mit PETG nicht ganz geruchfrei. Deshalb habe ich den Druckraum umhaust und entlüfte diesen über einen Filter für Laserdrucker und einem zusatzlichen Aktivfiltereinsatz.
Dezember 2018

